Gelegentlich werden wir gefragt, ob wir Rinzai- oder Soto-Zen praktizieren. Wir antworten dann meist, dass wir eine Art integralen, westlichen Zen üben, da sich die Lehrer unserer Lehrer in beiden Richtungen ausbilden ließen. Roshi Philip Kapleaus Lehrer Harada-Roshi und Yasutani-Roshi waren ordinierte Soto-Priester, die das von Zenmeister Hakuin etablierte Rinzai-Curriculum mit den klassischen Koan-Sammlungen absolviert hatten. In unserem Training finden sich Elemente beider Traditionen. So üben manche mit einem Koan, andere mit dem Atem oder praktizieren Shikantaza – einfach sitzen.

Philip Kapleau hatte es sich zur Lebensaufgabe gemacht, einen an die Kultur des jeweiligen westlichen Landes adaptierten Zen zu vermitteln, so wie sich der Buddhismus, aus Indien kommend, auch in verschiedenen Kulturen wie China, Japan, Korea oder Vietnam unterschiedlich ausgeprägt hat.

Thich Nhat Hanh, Philip Kapleau und Gary Snyder, 1984
Geschafft: 7 Tage Schweigen - Herbst Sesshin 2025

Bei unseren Zusammenkünften sitzen wir z.B. zu den Mahlzeiten auf Stühlen an Tischen und benutzen Teller, Gabeln und Löffel statt Ess-Stäbchen und japanische Oryoki-Schalen. Roben tragen wir in erster Linie, weil sie beim Zazen außerordentlich bequem sind. Ansonsten empfehlen wir lockere, dunkle Kleidung. Wir rezitieren klassische, ins Deutsche übersetzte Texte des Zen-Buddhismus wie seit Jahrhunderten in China und Japan üblich.

Zur Lektüre empfehlen wir anfangs zwei Werke, welche die Art unserer Zen-Praxis gut beschreiben: „Die Drei Pfeiler des Zen“ von Philip Kapleau (darin besonders den ersten Teil mit Yasutani Roshis einführenden Unterweisungen zur Übung des Zen), sowie „Zen als Lebenspraxis“ von Robert Aitken.

Weitere Zentren unserer Tradition